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Goth
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Standard Bremer Polizei besorgt - Menschenhandel nimmt zu

Bremer Polizei besorgt - Menschenhandel nimmt zu

Bremen. Der Menschenhandel in Bremen nimmt nach Angaben der Polizei zu. Verknüpft ist Menschenhandel vor allem mit Zwangsprostitution und Arbeitsausbeutung. Derzeit müssen sich eine bulgarische Familie und ein Deutscher wegen Menschenraubs, Vergewaltigung, Zuhälterei und Körperverletzung vor Gericht verantworten

Im vergangenen Jahr hat die Polizei in Bremen in 18 Strafverfahren wegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ermittelt. 20 Opfer waren betroffen, die meisten von ihnen kamen aus Bulgarien. 2011 waren es ähnlich viele Fälle. Relativ neu im Fokus der Ermittler ist der Bereich Menschenhandel mit dem Ziel der Arbeitsausbeutung.

Eine Statistik gibt es zu diesem Bereich noch nicht. „Das Thema rückt gerade erst ins öffentliche Bewusstsein“, sagt Fachfrau Nicola Dreke von der Diakonie. Das bestätigt auch die Polizei: Verfahren wegen Menschenhandels in Verbindung mit Arbeitsausbeutung wurden in Bremen und Bremerhaven bislang noch nicht eingeleitet, sagt Kriminalhauptkommissar Weisner.

Geht es hingegen um den Menschenhandel mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung, müssen sich derzeit eine bulgarische Familie und ein deutscher Helfershelfer vor dem Bremer Landgericht verantworten. Ihnen wird unter anderem schwerer Menschenraub, Vergewaltigung, Zuhälterei und Körperverletzung vorgeworfen. Sie sollen acht junge Frauen aus Bulgarien nach Deutschland gelockt und hier zur Prostitution gezwungen haben. In dem Zusammenhang sollen die beiden Frauen und die beiden Männer, die vor Gericht stehen, insgesamt 57 Straftaten begangen haben.

Falsche Versprechungen

„Die betroffenen Frauen wissen oft nicht, auf was sie sich einlassen“, sagt Diakonie-Beraterin Katharina Kähler. Viele der Opfer würden aus sehr armen Verhältnissen stammen oder in ihrem Heimatland von ihrem persönlichen Umfeld unter Druck gesetzt. Manche wüssten zwar, dass sie in Deutschland ihren Körper verkaufen sollten.

Doch mit welcher Brutalität sie später dazu gezwungen werden und in welchem Ausmaß, darüber würden sie von den Menschenhändlern im Ungewissen gelassen. „Diese Frauen gehen davon aus, dass sie selbstbestimmt arbeiten können“, sagt Kähler. Später müssten sie für viel Geld ein Apartment mieten und einen Großteil ihrer Einnahmen abgeben. Anderen Frauen wird ein Job als Reinigungskraft, in einem Imbiss oder in der Kinderbetreuung in Aussicht gestellt. Später stelle sich dann heraus, dass es um Prostitution geht.

Auch deutsche Frauen aus „stabilen Familienverhältnissen“ rutschten manchmal in die Zwangsprostitution, sagt Kähler. Oft spiele in diesen Fällen die emotionale Abhängigkeit von ihrem Partner eine Rolle.

Ansprechpartnerinnen finden diese Frauen bei der Bremer Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution des Vereins für Innere Mission. 34 Frauen aus elf Herkunftsländern holten sich hier im vergangenen Jahr Hilfe. Über die Hälfte der Frauen kam aus Bulgarien, elf Prozent hatten einen deutschen Pass und neun Prozent gaben als Herkunftsland Brasilien an. Die meisten derjenigen, die sich Hilfe holten, nahmen über die Polizei Kontakt zur Beratungsstelle auf.

Seit dem EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 ist die Anzahl der Fälle von Menschenhandel in Verbindung mit Zwangsprostitution nach Angaben der Bremer Polizei „merklich angestiegen“. Innerhalb eines Jahres hat sich die Fallzahl verdoppelt. In den Jahren 2011 und 2012 sei die Zahl der Fälle wieder gesunken. „2013 wird es wieder einen Anstieg geben“, befürchtet Kriminalhauptkommissar Weisner. Als Hintergrund nennt er das Ende der beschränkten Freizügigkeit, das derzeit noch für Arbeitnehmer aus Rumänien und Bulgarien gilt. Ab Januar haben sie freien Zugang zum EU-Arbeitsmarkt.

Für die Ermittler im Bereich Menschenhandel ist Bremen ein schwieriges Pflaster. „Wir haben hier anders als in anderen Städten fast nur Wohnungsprostitution“, sagt Katharina Kähler – und die Wohnung stehe unter besonderem Schutz. Spezielle Vorgaben und Regeln, um Zwangsprostitution vorzubeugen oder aufzudecken, gebe es nicht. „Zwangsprostitution passiert in Bremen so, dass es vielen gar nicht auffällt“, sagt Kähler. „Je weniger kontrolliert wird, desto weniger kommt ans Licht.“
Die Täter stammen nach Angaben der Polizei meist aus dem Umfeld der Opfer. Es handele sich überwiegend um Männer zwischen 17 und 35 Jahren. Deren Hauptziel sei die „Gewinnmaximierung“, so Weisner. „Dazu bringen sie junge Frauen in die Prostitution, verhindern durch Gewalt und Drohungen ihren Ausstieg, beuten sie aus und verkaufen sie an andere Menschenhändler.“

http://www.weser-kurier.de/bremen/ve...id,669708.html
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